1. Stabilisierung – Sicherheit und Halt finden
Du lernst, deine Gefühle und körperlichen Reaktionen besser zu verstehen und zu regulieren, sodass du dich ihnen nicht mehr ausgeliefert fühlst.
Gemeinsam entdecken und stärken wir deine persönlichen Ressourcen und erarbeiten hilfreiche Werkzeuge, die dir im Alltag Halt geben können. Dadurch wächst dein Vertrauen in dich selbst und deine Fähigkeit, mit schwierigen Momenten umzugehen.
2. Traumaverarbeitung – das Erlebte behutsam bearbeiten
Wenn ausreichend Stabilität und innere Sicherheit vorhanden sind, kann die Auseinandersetzung mit den belastenden Erfahrungen beginnen. In einem geschützten und sicheren Rahmen schauen wir gemeinsam auf das, was geschehen ist – immer in deinem Tempo und mit Blick darauf, was für dich gerade möglich ist.
Ziel ist es, dass die Erinnerungen ihren belastenden Charakter verlieren und ihren Platz in deiner Lebensgeschichte finden können. Was heute noch unkontrolliert in dein Erleben hineinwirkt, darf nach und nach verarbeitet und eingeordnet werden.
3. Integration – die eigene Geschichte annehmen und Zukunft gestalten
Alles, was Du erlebt und verloren hast, bekommt Raum. Gefühle wie Trauer, Schmerz oder Wut werden gesehen und gewürdigt.
Schritt für Schritt kann das Erlebte Teil deiner persönlichen Geschichte werden, ohne länger dein heutiges Leben zu bestimmen. Dabei entsteht wieder Weite für deine Wünsche, deine Möglichkeiten und die Gestaltung deiner Zukunft. Für dich.
sich im Körper sicher und beheimatet fühlen,
in die eigene Lebenskraft kommen,
Grenzen setzen und selbstbestimmt werden,
mit den Mitmenschen gut in Kontakt treten und Beziehungen pflegen können,
Gefühle reguliert wahrnehmen,
Selbstwirksamkeit erfahren,
ein akzeptierender, versöhnlicher Blick auf sich selbst.
Ich verbinde verschiedene Traumamethoden, die auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen: bei Gedanken und Bewertungen, bei Gefühlen sowie bei körperlichen Empfindungen. Diese Ebenen sind eng miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig.
Wie ich mitunter mit dir arbeite:
In meine Arbeit fließen Erkenntnisse aus der Polyvagal-Theorie, der Bindungstheorie und der Theorie der strukturellen Dissoziation ein. Diese Ansätze helfen dabei zu verstehen, wie unser Körper, unsere Gefühle und unsere Gedanken auf belastende Erfahrungen reagieren – und wie Veränderung und Heilung möglich werden können.
Polyvagal-Theorie
Die Polyvagal-Theorie von Stephen Porges beschreibt, wie unser autonomes Nervensystem fortlaufend einschätzt, ob wir uns sicher oder bedroht fühlen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Vagusnerv, der aus dem Hirnstamm entspringt und mit vielen Bereichen unseres Körpers verbunden ist. Bei wahrgenommener Gefahr aktiviert unser Nervensystem automatisch unsere natürlichen Überlebensmechanismen: Kampf, Flucht oder Erstarrung. Es kann jedoch geschehen, dass das Nervensystem weiterhin in Alarmbereitschaft bleibt, obwohl die ursprüngliche Gefahr vorbei ist.
Dann können Nähe, Beziehungen oder bestimmte Situationen unbewusst als bedrohlich erlebt werden. Die Arbeit an der Regulation des Nervensystems unterstützt dabei, wieder mehr Sicherheit im eigenen Körper zu erfahren, Gefühle besser zu regulieren und neue Erfahrungen von Verbindung und Beziehung zu ermöglichen.
Bindungstheorie
Von Beginn unseres Lebens an sind wir auf Beziehung und Verbindung angewiesen. Eine sichere Bindung schenkt uns Schutz, Geborgenheit und die Möglichkeit, uns zu entwickeln und die Welt zu entdecken. Auch als Erwachsene suchen wir nach Nähe, Vertrauen und dem Gefühl, angenommen und verstanden zu werden. Die Erfahrungen, die wir in unseren frühen Beziehungen machen, prägen unbewusst, wie wir später Nähe gestalten, Vertrauen entwickeln und mit anderen Menschen in Beziehung treten. Belastende oder verletzende Bindungserfahrungen können dabei Spuren hinterlassen, die sich bis ins Erwachsenenleben auswirken.
Theorie der strukturellen Dissoziation
Dissoziation ist eine natürliche Schutzreaktion unserer Psyche. Sie hilft uns dabei, überwältigende Erfahrungen zu überstehen, wenn das Erlebte unsere Bewältigungsmöglichkeiten übersteigt.
Bei länger andauernden Belastungen können sich unterschiedliche innere Anteile entwickeln: Ein Anteil, der den Alltag bewältigt und funktioniert, und andere Anteile, die mit den schmerzhaften Erinnerungen, Gefühlen oder Körperreaktionen verbunden bleiben. So kann es sich anfühlen, als würde ein Teil von uns noch in einer früheren Situation feststecken, obwohl diese längst vorbei ist.